Sanieren und Kernsanieren, Wohnen

6 Tipps für die Küchenplanung

Wenn man saniert oder baut, gehört die Küche zu den ersten Dingen, die man plant. Zum einen, weil sie zu den wichtigsten Orten im ganzen Haus gehört. (Hätten wir gebaut, statt saniert, hätten wir wahrscheinlich um Küche und Esstisch „herumgeplant“, weil wir uns hier so viel und gerne aufhalten.)

Zum anderen muss man ja dem Elektriker und dem Sanitäranbieter genaue Angaben machen, wo Rohre und Stromleitungen verlaufen sollen.

weiße Küche mit Kücheninsel
Küche von Nolte mit matten naturweißen Fronten und aufgesetzten Griffen

Ich fand die Küchenplanung sehr anstrengend, weil es einfach so viel Auswahl gibt. Daher dachte ich, ich empfehle euch jetzt einfach mal die Dinge weiter, die uns bei unserer Küche richtig gut gefallen. Vielleicht hilft euch das ja bei euren Entscheidungen 🙂

Vorab ein paar kurze Facts: Es handelt sich um eine Nolte-Küche mit natur-weißen, matten Fronten.

1. Integrierter Dunstabzug – unbedingt!

JA! Ich liebe unseren im Kochfeld integrierter Dunstabzug! Wir haben ein Modell von Miele und sind absolut begeistert. Eigentlich war ich skeptisch und wir haben uns nach langem Hin und Her nach dem „Ausschlussverfahren“ dafür entschieden. Klar war eigentlich nur, dass wir unsere schöne „Aussicht“ von der offenen Küche Richtung Esstisch nicht mit einer riesigen Dunstabzugshaube verbauen wollten. Jetzt sind wir sehr glücklich. Preislich macht es nicht so wahnsinnig viel Unterschied, weil „gute“ Dunstabzugshauben auch teuer sind. Und es funktioniert sehr gut. Selbst große Töpfe sind eigentlich kein Problem. Gegen ganz harte Gerüche kann natürlich auch dieser Dunstabzug nichts ausrichten, aber sie steht den anderen definitiv nicht nach. Auch die Reinigung ist sehr einfach. Einfach in die Spülmaschine und das war’s. Sollte mal etwas überkochen ist das „Auffangbecken“ ausreichend. Der ganze Topf darf es natürlich nicht sein.

Kochfeld mit integriertem Dunstabzug
Induktions-Kochfeld mit integriertem Dunstabzug von Miele
Video Miele integrierte Dunstabzugshaube

Exkurs: 2 Tipps für die integrierte Dunstabzugshaube

1. Abluft nicht zu den Füßen blasen lassen

Seitlicher Abzug für den integrierten Dunstabzug

Da es sich meist um Umluft handelt, muss die eingesogene Luft ja irgendwo hin. Es kann unangenehm werden, wenn diese Luft direkt vor die Füße geblasen wird. Wir haben sie daher seitlich, Richtung Fenster, herausführen lassen. So bläst es nicht dorthin, wo man in der Regel steht und der Abzug kann durch das Fenster entweichen, sollte es mal richtig „neblig“ werden.

2. Abluftrohre verlegen

Hinter der Verkleidung sind die Rohre für den Abzug – bei uns nicht in den wertvollen Schubladen sondern in den Schränken der Kücheninsel

Zudem sollte man beachten, dass man ggf. Platz in den Schubladen unter dem Kochfeld verliert (Die oberste Schublade fällt in jedem Fall weg). Hier verlaufen nämlich die Rohre für den Abzug. Da wir auf der gegenüberliegenden Seite noch weitere Schränke haben, konnten wir die Rohre stattdessen dort hindurchführen. Das hat den Vorteil, dass man den vollen Platz in den wichtigen Schubladen unter dem Kochfeld für sperrige Dinge wie Töpfe und Pfannen ganz ausnutzen kann. Auf der andere Seite der Kücheninsel verstauen wir ohnehin nur Kochbücher, Geschirrtücher usw. Hier schadet der Platzverlust nicht.

2. Hochgestellte Spülmaschine

Ich kenne eigentlich nicht viele Leute, die eine hochgestellte Spülmaschine haben, was ich nicht verstehe. Ich finde es toll, dass man sich nicht so schrecklich bücken muss und der Weg des Geschirrs vom Geschirrspüler bis zu unseren Hochschränken nicht so weit ist.

Hochgestellte Spülmaschine
Hochgestellte Spülmaschine von Miele

Da wir nur zwei Hochschränke wollten (davon war einer bereits für den Kühlschrank reserviert), mussten wir uns entscheiden, ob der Backofen oder der Geschirrspüler hochgesetzt werden soll. Standardvorschlag der Küchenplaner war den Backofen nach oben zu setzen. Der entscheidende Tipp kam von einer Tante: „den Geschirrspüler verwendest du jeden Tag, den Backofen vielleicht zweimal die Woche.“ Auf uns trifft das auf jeden Fall zu und wir sind froh, dass wir uns für den hochgestellten Geschirrspüler entschieden haben.

Kleine Anmerkung: Unser Backofen wird von außen nicht heiß. Also weniger problematisch mit den Kindern.

3. Spülmaschine ohne „Piepsen“

Wir haben uns noch ein Extra-Gimmick bei der Spülmaschine geleistet. Ich hasse nämlich dieses ganze Gepiepse in der Küche. Gerade bei unserem offenen Koch-Ess-Wohnbereich möchte gerne ICH entscheiden, wann ich aufstehe, um die Spülmaschine auszuräumen. Und möchte dazu nicht von der Spülmaschine durch nervtötendes Gepiepe gezwungen werden. 😆

Eine tolle „piepslose“ Variante sind Spülmaschinen, die durch ein Licht auf dem Boden zeigen, dass sie fertig sind. Eine noch tollere Variante haben wir ;-). Da das mit dem Licht bei hochgestellten Geschirrspülern nicht funktioniert, haben wir uns umgehört und haben nun einen Geschirrspüler von Miele, der sich nach dem Spülvorgang heimlich, still und leise selber öffnet. Wie geil ist das denn, bitte? 😆

4. Arbeitsplatte aus Keramik

Arbeitsplatte aus Keramik

Ich würde sagen, die Frage nach der Arbeitsplatte ist vor allem eine preisliche Frage (außer man hat klare optische Favoriten). Hier gibt es große finanzielle Unterschiede und je mehr man bezahlt, umso mehr Vorteile hat man meiner Ansicht nach. Wir haben uns für eine Keramikplatte entschieden. Preislich ist das zugegebenermaßen so ziemlich an der Spitze. Allerdings lohnt sich das. „O-Ton“ Küchenbauer: „Ach sie haben ne Keramikplatte, nee, da müssense nix beachten“. Und so ist es! Heiße Töpfe kann man einfach drauf stellen, Fettspritzer und Farbspritzer (beim Basteln passiert) lassen sich einfach abwischen, keine Kratzer – nix! Die Haptik ist gut, das Design modern. Ihr merkt, wir finden sie super und für uns war sie ihren Preis Wert.

5. Küchenfronten mit aufgesetzten Griffen

Fronten mit aufgesetzten Griffen

Wahrscheinlich spielt hier vor allem der Geschmack eine Rolle. Bei mir kam jedoch auch ein klarer Pragmatismus dazu. Ich hätte eigentlich gerne eine grifflose Küche gehabt, weil ich die einfach schick finde. Allerdings hatte ich Angst, dass man dann überall die klebrigen Fingerabdrücke sieht. Und … was mir dann in der Küchenausstellung aufgefallen ist … die Türen haben meist eine Push-Automatik, die aber auch ausgelöst wird, wenn man sich dagegen lehnt. Bei einer Kücheninsel, wo sich zwei kleine Jungs um den besten Platz am Pizzablech drängeln, eher doof.

Unsere Lösung waren dann aufgesetzte Griffe: sieht elegant aus, aber die Fronten bleiben sauber (so sauber wie sie eben mit Kindern bleiben), weil man die Griffe benutzt. Wurden doch mal Marmeladen-Fingerabdrücke hinterlassen, lassen sich diese problemlos entfernen, weil man nicht um einen ollen Griff herumputzen muss.

Und ein kleiner Bonus: Unser Einjähriger bekommt die Schubladen und Türen nicht auf. Vereinfacht das Leben ungemein. 😅

6. Auch kleine Schränke schaffen Stauraum

Schmal, aber trotzdem nützlicher Stauraum

Unsere Kücheninsel durfte nicht tiefer als 90 cm werden. Da auf der einen Seite normale Küchenschränke mit 60 cm Tiefe sein sollten, blieb auf der anderen Seite nicht viel Platz. Die Einlegebretter sind gerade einmal 23 cm tief. Ein Speiseteller passt da nicht rein. Erst fand ich es doof, ich freue mich aber jetzt, dass wir sie haben, denn es passt eben doch jede Menge rein! Kochbücher, Geschirrtücher, Untersetzer, Tischdecken, Spielzeug der Kinder, Lätzchen, Becher … Einfach super, obwohl sie so schmal sind!

Wenn ihr noch Fragen habt zu irgendetwas, dann immer her damit :-).