Sanieren und Kernsanieren

Was beim Sanieren selber machen?

Diese Frage stellt sich wohl jeder, der vor der Sanierung eines Hauses oder einer Wohnung steht. Vielleicht helfen die folgenden Denkanstöße ein bisschen weiter …

  • Wo kann ich am meisten Geld sparen?
  • Was möchte ich selber machen?
  • Wer kann helfen?
  • Welche Fähigkeiten habe ich und wie hoch ist mein Anspruch?
  • Wie viel Zeit kann ich einsetzen und wieviel Zeitdruck habe ich?
  • Wird meine Ehe das überleben?

Schon mal vorab: wir dachten zu Beginn, dass wir quasi alles machen lassen. 1. Weil wir kein besonderes handwerkliches Geschick haben, 2. Weil mein Mann selbstständig ist und an keine festen Arbeitszeiten gebunden ist. Für die Arbeit auf dem Bau hieß das, seine eigentliche Arbeit liegen zu lassen, obwohl er die besser kann und in der Zeit das Geld für den Handwerker verdienen kann (der dann wiederum das macht, was er am besten kann 😉).

Ich habe aber das Glück, einen sehr erfahrenen, talentierten und eifrigen Schwiegervater zu haben, der uns sehr viel geholfen hat.

Zudem heißt „Machen lassen“ auch nicht unbedingt, dass man fein aus der Sache raus ist. Wir haben gelernt, dass man täglich auf der Baustelle nach dem Rechten schauen sollte.

Die Kinder stört die Baustellen-Atmosphäre am wenigsten

Wo kann ich am meisten Geld sparen?

Ich denke, das ist eine essentielle Frage, weil es nicht auf alle Gewerke zutrifft. Eigentlich kann man immer dann sparen, wenn ein hoher Arbeitsaufwand und wenig Kosten für Material und Werkzeug entstehen.

Das betrifft meist alle Dinge, die „kaputt“ gemacht werden müssen, sprich das Entkernen: Wände herausreißen, Tapete und Fliesen entfernen, Fußböden entfernen, Türen entfernen und und und. Hier entstehen die Kosten vor allem durch den hohen Zeitaufwand (abgesehen von den Kosten für Entsorgung und Werkzeug).

Es gibt auch andere Gewerke, wo vor allem die Stunden zu Buche schlagen, etwa die Elektrik und Malerarbeiten. Viel Zeitaufwand bedeuten auch Arbeiten im Garten, wie das Pflastern eines Weges.

Bei Sanitär-Arbeiten hatten wir den Eindruck, dass hier eher das Material teuer ist und sich z.B. die Keramik im Bad auch nicht viel günstiger selber besorgen lässt.

Unseren Parkettboden haben wir zum Teil selber verlegt. Fußleisten haben wir jedoch überall anbringen lassen, das bekommen Profis, unserer Erfahrung nach, wesentlich schneller hin als man selbst.

Was möchte ich selber machen?

Es gibt Dinge, die möchte man gar nicht jemand anderem überlassen. Bei uns war das zum Beispiel die Bauleitung. Wir hatten aus verschiedenen Ecken gehört, dass die Zeit- und finanzielle Ersparnis durch eine professionelle Bauleitung nicht immens war. Zudem hatten Freunde trotzdem jede Menge Ärger mit Handwerkern. Wir haben uns also entschieden, das selber zu machen. Ich habe die Angebote eingeholt, mein Mann war meist vor Ort. Wir waren ganz zufrieden so, mussten aber auch feststellen, dass es als Laie häufig sehr schwer ist, die Qualität der Arbeit zu beurteilen. Außerdem muss man sich mit jedem Thema selber auseinandersetzen. Was durchaus viel Zeit im Anspruch nimmt.

Am schönsten ist es eben doch, wenn man zuschauen darf

Wer kann helfen?

Das ist eine heikle Frage. Wir sind erstmal davon ausgegangen, dass uns keiner helfen kann. Natürlich kann man Familie und Freunde mit einbeziehen, aber zu welchem Grad möchte ich das wirklich? Wir haben selbst bei anderen nicht viel helfen können (selbstständige Arbeit mit wenig Freizeit, zwei kleine Kinder, entfernter Wohnort …), sodass wir nichts von anderen erwarten wollten und konnten.

Zudem wollten wir keine Freundschaften oder verwandschaftlichen Beziehungen belasten. Und auch die Planungssicherheit war uns wichtig.

Letztendlich hatten wir sehr viel Unterstützung von meinem tollen Schwiegervater. Einmal halfen die Cousins meines Mannes (allesamt kräftige Studenten 😊) dabei die Terrasse abzureißen. Auch mein Papa konnte hier und da helfen sowie ein Freund meines Schwiegervaters.

Was sind meine Fähigkeiten und wie hoch ist mein Anspruch?

Grundsätzlich sind die meisten Tätigkeiten auf dem Bau kein Hexenwerk und mit ein bisschen handwerklichem Geschick bekommt es wohl jeder hin. Allerdings sollte man nicht unterschätzen, dass man sich erst einmal mit der ganzen Materie auseinandersetzen muss. Wenn ich etwas machen möchte, dann muss ich mich vorab nicht nur um Material und Werkzeug kümmern. Ich muss mich auch schlau machen, wie es funktioniert und wie ich eventuelle Probleme lösen kann. Das nimmt genauso viel Zeit in Anspruch, wie die eigentliche Umsetzung.

Zudem finde ich, dass es sich bei manchen Dingen einfach lohnt, sie vom Profi machen zu lassen. Z.B. die Malerarbeiten. Wahrscheinlich kommt es jedem als erstes in den Sinn, den Pinsel selber zu schwingen. Ich muss aber sagen, nachdem ich gesehen habe, was unser Maler hier vollbracht hat, würde ich das nie wieder selber machen (zumindest kein ganzes Haus). Es sieht einfach perfekt aus. Das hätten wir nie und nimmer so hinbekommen. Die tolle Spachtelarbeit des Malers ist mit Sicherheit maßgeblich dafür, dass man in den Wohnräumen unseres Hauses nicht mehr erkennt, dass es sich um einen Altbau handelt. Das gilt auch für den Trockenbau. Ebenso verlockend selber zu machen! Aber so gut wie die Profis, bekommt man es meines Erachtens nicht hin …

Wie viel Zeit kann ich einsetzen und wieviel Zeitdruck habe ich?

Selbst wenn ihr euch sagt, „Wir haben keinen Stress, wir sind fertig, wenn wir fertig sind.“ Früher oder später kommt der Punkt an dem man vom Sanieren nur noch genervt ist. Und man sich dann eben doch irgendwann, irgendwie unter Druck setzt. Man muss bedenken, dass das „Selbermachen“ nicht nur Freizeit frisst, sondern auch zeitliche Probleme bei vergebenen Gewerken hervorrufen kann. Eventuell muss mehr zwischen unterschiedlichen Handwerkern abgestimmt werden, wenn einzelne Teile selbst gemacht werden. Es kann jedoch von Vorteil sein, Engpässe in Eigenleistung zu überbrücken. Wenn Handwerker auf sich warten lassen oder wenn Arbeiten parallel laufen können.

Wird meine Ehe das überleben?

Ich kenne persönlich niemanden, den die Sanierung oder der Hausbau direkt in die Scheidung getrieben hat. Allerdings sollte man diese Lebensphase nicht unterschätzen. Schnell sind ein oder zwei Jahre um und der Einzug ist immer noch nicht absehbar. Oder man wohnt auf einer Baustelle. Zudem bleibt nicht viel Freizeit. Ich glaube, es kann zusammenschweißen, wenn man die Zeit hat, gemeinsam auf der Baustelle zu arbeiten. Für uns, mit zwei kleinen Kindern, war das schwierig. Ich glaube daher, dass man sich die Freiheit einräumen sollte, im Notfall nochmal etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, um Dinge machen zu lassen. Und sollte es am Ende der Bodenleger sein, wenn die Kräfte zuneige gehen …

Sanieren und Kernsanieren

Wie finde ich den richtigen Handwerker?

Wir haben viele Gewerke vergeben und ich kenne die Unsicherheit auf was man bei der Wahl des richtigen Handwerkers achten sollte. Daher hier drei Tipps, die uns geholfen haben.

1. Richtig vergleichen

Klar, man bemüht sich immer, das beste und günstigste Angebot zu finden. Aber ganz ehrlich, am Ende hat man dann häufig 3 Angebote vor sich liegen, die zwar alle inhaltlich recht ähnlich, aber doch nicht 100%ig vergleichbar sind.

Es ist daher wichtig, sich schon vorher genau überlegt zu haben, was man möchte. Das heißt, man sollte sich z.B. schon Material ausgesucht haben (z.B. Keramik für die Bäder) und den ungefähren Arbeitsaufwand kennen (z.B. wie viele qm Fliesen benötigt werden).

Wenn man zu ungenaue Angaben macht, oder keinen preislichen Rahmen steckt, vergleicht man am Ende Äpfel mit Birnen, weil jeder Handwerker etwas anderes anbietet.

Man kann auch mit einem vorhandenen Angebot starten und dieses als Basis nehmen. Allerdings sollte man die anderen Handwerker dann nicht einfach eigene Zahlen daneben schreiben lassen. Sonst fällt es schwer, ein Gespür zu entwickeln, ob der Handwerker gute Ideen und Erfahrung mitbringt.

2. Angebote erklären lassen

Handwerker haben häufig nicht sonderlich viel Lust auf Papierkram. Das ist natürlich kein Zeichen für mangelnde Qualität. Aber so fallen die Angebote manchmal recht mager in der Formulierung aus. Um aber sicher zu gehen, dass alles so angeboten und schließlich umgesetzt wird, wie man es sich vorstellt, sollte man jeden Posten wirklich verstehen. Uns war es also wichtig, dass sich der Handwerker schon im Vorfeld Zeit nimmt und uns alle Fragen beantwortet.

Eine gewisse Beratungsleistung sollte man ruhig in Anspruch nehmen. Änderungen im nachhinein werden oft teuer. Eine gute Absprache ist daher unabdingbar.

3. Wärmste Empfehlung

Die besten Erfahrungen haben wir durchweg mit den Handwerkern gemacht, die uns empfohlen wurden. Zwar waren das nicht immer die günstigsten Angebote, aber am Ende spart man Geld und Nerven, wenn man weiß, dass die Zusammenarbeit mit dem Handwerker funktioniert. Wenn ihr niemanden im Verwandten- oder Freundeskreis habt, der euch da weiter helfen kann, kann man z.B. auch im Baustoffhandel nachfragen. Zur Not durchs Neubaugebiet fahren und einfach mal klingeln, wenn das Dach oder der Vorgarten gefällt ;-).

Ich hoffe, meine Tipps zur Handwerker-Wahl haben euch ein bisschen geholfen.

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Wahnsinn Kernsanierung

Wir haben´s geschafft

Unser Haus war Liebe auf den ersten Blick. Aber es war auch von Anfang an klar: Hier muss alles neu. Unser Haus ist von 1956 und so haben wir einmal alles auf links gekrempelt … Das Dach neu, alle Rohre neu, die komplette Elektrik neu, Bäder neu, Fenster, Böden, Türen … Nur am Grundriss haben wir fast nichts verändert.

Das Gute daran: größere Überraschungen gab es nicht und wir konnten (fast) alles so gestalten, wie wir es gerne haben wollten. Der Nachteil: jede Menge Arbeit und natürlich auch eine hohe Investitionssumme.

Ich möchte gerne mit euch unsere Erfahrungen teilen. Natürlich wird es auch Vorher-Nachher-Fotos und den ein oder anderen Tipp geben.