Sanieren und Kernsanieren, Wohnen

Parkett: Der eine Nach- und der eine Vorteil

Ich falle direkt mit der Tür ins Haus: Vergiss, was dir der Verkäufer im Holzhandel versucht schön zu reden: Parkett ist einfach sch*** empfindlich. Und nein, die Macken im Parkett tun nicht nur am Anfang weh. Man ist nur mit der Zeit weniger geschockt. 🙂

Unsere neuesten Kratzer im Parkett 😦

Ich sage das so, weil wir ehrlich gesagt, nicht gedacht hätten, dass es sooooo empfindlich ist. Klar, ist es ein Risiko, sich mit zwei kleinen Kindern für Parkett zu entscheiden. Und vielleicht hätten wir dem Küchenbauer Glauben schenken sollen, als er uns für komplett verrückt erklärt hatte, als wir sagten, wir würden auch in der Küche und in der Speisekammer Parkett verlegen lassen.

Allerdings muss man sagen, es sind nicht allein die Kinder, die hier ihre Spuren hinterlassen. Klar, werden die Autos unsanft über den Boden gezogen und der Sand bleibt einfach nicht im Sandkasten, sondern versteckt sich in hochgekrempelten Hosenbeinen und Hemdtaschen und landet überall.

Schleifspuren von Stühlen

Es sind aber auch die Stühle, die täglich über das Holz gezogen werden (Bevor jemand etwas anderes denkt: JA, wir haben ÜBERALL Filzkleber dran ;-)), die Gabel, die aus der Hand fällt oder der tägliche Gang durch den Flur. Überall bleiben Kratzer und Schrammen. Und das sieht schon jetzt, nach gerade einmal 9 Monaten, an vielen Stellen einfach nicht mehr schön aus.

Allerdings — und jetzt kommt das große ABER: Wir würden uns immer wieder für Parkett entscheiden. Denn wenn wir ehrlich sind: Es gab keine Alternative für uns, weil wir Parkett einfach schön finden. Und DAS ist der Vorteil :-). Es ist optisch schön, relativ fußwarm (auch ohne Fußbodenheizung), natürlich und passt einfach in unser Haus.

Eigentlich lieben wir unser Parkett 😉

Deswegen haben wir uns auch für die komplette Parkettausstattung entschieden. Wohnräume, Schlaf- und Kinderzimmer und sogar die Flure, und, wie schon gesagt, die offene Küche und der Abstellraum sind komplett mit Parkett ausgestattet. Nur in den Bädern und im Windfang haben wir uns für Fliesen entschieden.

Unser Parkett in der Küche

Für die Wohnräume unten haben wir uns ein etwas hochwertigeres Parkett als oben gegönnt. Das war in sofern eine gute Wahl, da der Boden in den Schlafräumen lange nicht so beansprucht wird, wie unten. So ist zwar das teure Parkett schneller „verschandelt“ als das günstige, dafür kann man es aber auch öfter abschleifen.

Das günstige Parkett oben haben wir übrigens selber schwimmend verlegt. Dies ging absolut problemlos. Da wir einen sehr unebenen Boden hatten, und wir Höhenunterschiede zu den Bädern und der Holztreppe ausgleichen mussten, haben wir 3 cm Starke Dämmplatten darunter gelegt. Darauf die Trittschalldämmung und dann das Parkett. Hätten wir gewusst, dass es so einfach geht, hätten wir unten vielleicht dasselbe gemacht. Das Gefühl beim Auftreten ist eigentlich dasselbe wie beim vom Fachmann verklebten Parkett.

Probleme in der Küche durch Feuchtigkeit hatten wir übrigens bisher keine. Und auch die Pflege finde ich recht einfach. Ich versuche eigentlich nur zu Wischen, wenn es sein muss. Dann natürlich nur nebelfeucht und mit der entsprechenden Pflege im Wasser.

Unser Fazit nach 9 Monaten: Trotz allem, hätten wir uns nicht für einen robusteren Bodenbelag wie Vinyl, Fliesen, Laminat oder Kork erwärmen können. Eine Alternative hätten vielleicht Holzdielen sein können. Die sind zwar nicht unbedingt unempfindlicher, haben jedoch eine etwas rustikalere Optik, sodass hier einzelne Macken vielleicht nicht so auffallen.

Ich bin gespannt, wann die erste Schliff sein muss. Ich halte euch auf dem Laufenden … 😉

Sanieren und Kernsanieren, Wohnen

Fliesen-Special: 7 Tipps und Inspirationen zur Fliesenwahl

Welche Fliesen für welchen Raum und worauf achten?

Beim Hausbau, Sanieren oder Renovieren, darf man ja sooo viele schöne Sachen aussuchen (mein Mann schüttelt bei diesem Satz sicher den Kopf). Mir hat es richtig Spaß gemacht, auch wenn es wirklich viel Arbeit ist und man am Ende dann doch froh ist, wenn man etwas gefunden hat.

Hier habe ich ein paar Tipps für euch, die mir geholfen haben beim Fliesen aussuchen.

1. Kauf schön, nicht praktisch 🙂

Mein oberstes Credo beim Fliesenkauf ist ganz einfach: „Kauf schön, nicht praktisch“. Beim Aussuchen und der Beratung ist mir aufgefallen, dass scheinbar die Pflegeleichtigkeit und Schmutzunempfindlichkeit einer Fliese das höchste Gut zu sein scheint. (Okay, wir hatten zwei Jungs im Baby- bzw. Kleinkindalter im Schlepptau, vielleicht lag es da nahe, dass wir was Robustes brauchen ;-)). Gleichzeitig höre ich von ganz vielen Verwandten und Bekannten, dass sie sich eine Fliese vor allem ausgesucht haben, weil sie dachten, man sieht darauf nicht so viel Schmutz. Und dann? Richtig, auf den dunkelgrauen Fliesen sieht man jeden Krümel und auf den hellen Fliesen im Bad jedes Haar.

Also dachte ich mir: lieber schrubbe ich meine Traumfliese und denke mir, dass ich es ja nicht anders gewollt habe, als dass ich mich über die, ach so pflegeleichte Fliese ärgere, die dann eben auch nicht so schmutzresistent ist wie angepriesen.

So haben wir uns für die hellen Bodenfliesen im Bad entschieden – einfach, weil sie mir so gut gefallen haben. Und ich muss sagen – es war eine super Entscheidung. Denn siehe da, entgegen meiner Befürchtung sieht man gaaar nix auf diesen Fliesen ;-). Allerdings liegt das vielleicht auch an unserer Haarfarbe. Und das bringt mich zu Punkt 2 ;-).

2. Bodenfliesen im Bad nach Haarfarbe wählen 🙂

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht. Aber am allerschlimmsten finde ich Haare auf den Fliesen im Bad. Vor allem wenn man so lange Haare hat wie ich. Außer meinem Mann, sind wir alle blond, sodass man die Haare auf dem Boden im Bad gar nicht sieht. Klar, Saugen muss man trotzdem, aber sie fallen einfach nicht so direkt ins Auge … Dieser Tipp ist nur halb ernst gemeint, insgeheim freue ich mich aber tatsächlich darüber ;-).

3. Nicht auf ein Format festlegen

Ich musste feststellen, dass es viele Fliesen nur in bestimmten Formaten gibt. Ist man zu festgelegt, beschränkt sich die Auswahl schnell. Zudem kann es immer passieren, dass der Fliesenleger schneiden muss, auch man es anders im Sinn hatte. So war es z.B. mit unseren Fliesen in der Dusche. Wir hatten extra Fliesen im Format 100×33 für die Dusche, die 100×100 cm breit werden sollte. Was wir nicht wussten – die Duschtür darf nicht auf die Fuge aufgesetzt werden. Das hieß, das die Fliese an einer Seite geschnitten werden musste. Der Traum von der fast fugenlos gefliesten Dusche war damit dahin … Außerdem wirken Fliesen ganz anders, wenn sie im Raum liegen. Für unser längliches Bad wollte ich unbedingt rechteckige Fliesen, um den Raum breiter erscheinen zu lassen. Als dann jedoch die quadratische Fliese drin lag, hat es mir sofort gut gefallen.

4. Muster mitnehmen

Jede Fliese wirkt anders, wenn sie erst einmal im Raum liegt. Gerade was das Format angeht, ist es erst erkennbar, ob es gut passt, wenn man die Fliese im vorgesehenen Raum liegen hat. Auch der Lichteinfall macht enorm viel aus. Unsere Fliese hat leicht glänzende Stellen, was ich im Laden nicht so schön fand. In unserem Bad sieht man sie kaum, sodass ich mich dann für diese Fliese entschieden habe.

5. Importkosten höher als Kosten für Fliese

Wenn man sich in eine Fliese aus dem Ausland verliebt hat, sollte man bedenken, dass die Kosten für den Import teilweise höher liegen als der Preis für die Fliese selbst. Wir haben Fliesen aus Portugal und Spanien und waren überrascht über den hohen Frachtpreis. Man sollte also unbedingt nachfragen, wenn der Händler nicht gleich selbst den Preis erwähnt.

6. Musterfliesen für kleinen Raum

Ich liebe unsere Fliesen im Eingangsbereich. Eigentlich ist unserer Flur vorne winzig und hat im Originalzustand (siehe Vorher-Nachher-Bilder Sanierung Flur) nicht viel her gemacht. Durch die gemusterten Fliesen ist es ein richtig schöner, eigenständiger Raum geworden, der unseren Gästen einen würdigen Empfang bereitet ;-).

7. Fliesen zu Unikaten machen

Mein Mann hatte die tolle Idee, zwei Fliesen, die wir aus einem Urlaub mitgebracht hatten, in eine große Fliese im Bad einsetzen zu lassen. Sicher gibt es auch noch mehr Möglichkeiten, Fliesen etwas persönlicher zu gestalten … Vielleicht habt ihr selber Beispiele dafür?

Unsere Bodenfliesen im Bad im Format 70×70 cm stammen von stn Ceramica, die weißen Wandfliesen in 100×33 cm von Studio Keramik, die gemusterten Fliesen im Flur von Kerion und die rautenförmigen Fliesen am Küchenspiegel von Equipe.

Sanieren und Kernsanieren, Wohnen

Vorher-Nachher-Bilder Sanierung Flur

Die Metamorphose unseres Flurs … Aus einem recht dunklen, stinknormalen Flur in einem typischen 50er-Jahre-Haus wurde ein heller, offener Raum, der sich super in den Wohnbereich einfügt.

Wir haben die Türen herausgenommen und alles offen gestaltet. So kommt die Raumhöhe von 280 cm super zur Geltung. Wir haben die Decke bewusst nicht abgehängt, um sie zu erhalten. Auch wenn der Maler darüber zunächst nicht glücklich war, da der Putz in einem schlechten Zustand war. Aber dank Grundierung und toller Spachtelarbeit ist es gut gelungen.

Die Fliesen betonen den kleinen Windfang als eigenständigen Raum, bevor es durch die Glastür in den Wohnraum übergeht. Die Glastür sorgt perfekt dafür, dass die Wärme im Wohnraum bleibt und nicht ins Treppenhaus entweicht. Trotzdem kommt viel Licht herein. Was notwendig war, da die Haustür im Süden liegt und die großen Fenster im Wohnzimmer im Nord-Westen. So wirkt das ganze Haus heller.

Das Parkett im Flur wurde quer verlegt, um den schmalen Flur breiter wirken und nicht zu schlauchartig wirken zu lassen.

Sanieren und Kernsanieren, Wohnen

Grundriss für ein Einfamilienhaus 150 qm für 4 Personen

Wie groß sollte ein Haus sein?

Diese Frage ist eigentlich unmöglich zu beantworten. Aber trotzdem stellt man sie sich immer zu Beginn seiner Haussuche oder -planung. Vielleicht hilft es euch bei eurer Planung zu schauen, wie andere wohnen …

Wir leben nun zu viert auf 150 qm, plus Keller und (Ausbaureserve) Spitzboden. Ursprünglich hatten wir etwas mehr im Sinn, sind aber jetzt sehr zufrieden.

Grundriss Erdgeschoss: Offene Küche, Wohnraum, Abstellraum, Gästebad und Gästezimmer

Grundriss Erdgeschoss
Unser Erdgeschoss mit offener Küche

Unser Eingangsbereich ist mit drei qm ziemlich klein. Es war auch durchaus ein Problem, hier alles unter zu bekommen. Aber wir haben es ganz gut hingekriegt, finde ich. Ihr findet im Artikel „Kleiner Flur ganz groß“ mehr Infos dazu.

Es folgt ein Flur von 6 qm, der sich ganz gut in den Wohnraum einfügt.

Unser Küchen-Wohn-Essbereich hat 45 qm. Davon werden ca. 12 qm für die Küche genutzt. Hier muss man sagen, dass vielleicht 5 bis 10 qm mehr nett gewesen wäre. Bisher haben wir aber immer alle Gäste unter bekommen 😊.

Ein wahrer Schatz ist unsere Speisekammer mit 4 qm. Man bekommt richtig viel unter und unschöne Küchenutensilien verschwinden hier einfach.

Im Erdgeschoss befinden sich außerdem das 17 qm große Gästezimmer (oder auch „Mehrzweckzimmer“ siehe „Unser palmgrünes Gästezimmer“) und das 4 qm Gästebad. Ich finde 4 qm für das Gästebad recht groß. Dafür haben wir hier aber eine zweite Dusche, und was ich ziemlich toll finde, Platz für einen zweiten Wickeltisch, was wirklich Gold wert ist.

Grundriss Dachgeschoss: Elternschlafzimmer, Ankleidezimmer, 2 Kinderzimmer, Bad

Grundriss Dachgeschoss
Grundriss Obergeschoss mit 2 Kinderzimmern

Oben befinden sich zwei Kinderzimmer mit 14,5 und 16 qm und das Bad mit 7,5 qm. Das Bad hätten wir uns auch etwas größer gewünscht, zumal wir zusätzlich noch etwas Dachschräge und drei Fenster berücksichtigen mussten. Aber dank einer guter Aufteilung haben wir nun ausreichend Platz. Die Aufteilung ist aber anders als auf dem Grundriss eingezeichnet. Hier einige Vor-und-Nachher-Bilder.

Wir haben das Elternschlafzimmer und die Ankleide vertauscht. Auf dem Grundriss ist es anders herum eingezeichnet. Das eigentliche Elternschlafzimmer ist jetzt gerade einmal 10 qm groß. Man erreicht es jedoch durch ein 10 qm großes Durchgangszimmer, das als Schränke-/Wäsche-/Bügelzimmer dient. In unserem Schlafzimmer steht daher tatsächlich nur ein Bett, was ich total gemütlich finde. Für das Durchgangszimmer haben wir uns einen großen Einbauschrank anfertigen lassen, der auch Handtücher, Putzsachen, Staubsauger, Bettwäsche und ähnliches beherbergt. So kann der Raum für mehrere Dinge genutzt werden, ohne dass man das Schlafzimmer durchqueren muss.

Ich finde es sehr toll einen Keller zu haben, weil man so viele Dinge, die man nur ab und zu benötigt, hier unterbringen kann. Hätten wir aus selber gebaut, hätten wir wohl aus Kostengründen auf einen Keller verzichtet. Jetzt genießen wir den Luxus …

Für uns sind 150 qm sehr passend. Mehr ist natürlich auch schön. Allerdings wird es dann auch schon irgendwann anstrengend mit dem Putzen ;-). Bei geschickter Planung können aber auch sicherlich weniger Quadratmeter ausreichend sein …

Sanieren und Kernsanieren, Wohnen

Kleiner Flur ganz groß

Unser kleiner Eingangsbereich hat mir jede Menge Kopfzerbrechen verursacht. Auf gerade einmal drei Quadratmetern tummeln sich die Tür zum Keller, der Treppenaufgang, die Haustür, die Tür zum Wohnbereich und eine kleine Heizung. Trotzdem wollte ich dort unbedingt auch einen Schuhschrank und eine Garderobe haben. Geht nicht? Geht doch! Und ich finde, es ist uns tatsächlich gelungen, dass dies alles nicht zu überfrachtet wirkt. Oder was sagt ihr?

Große Glastür Eingangsbereich
Die große Glastür für maximales Licht #Baustellenlampe

Die gemusterten Fliesen gefallen mir besonders gut, weil sie dem Raum einen eigenen Charakter geben, obwohl er so klein ist. Die große Glastür mit dem Oberlicht und dem Seitenteil schafft etwas Weitblick und lässt den Eingangsbereich größer und luftiger wirken.

Eingangsbereich mit Schuhschrank und Garderobe
Dezente Garderobe & Schmaler Schuhschrank

Natürlich ist es nicht möglich, dass all unsere Jacken, Taschen und Schuhe hier untergebracht werden. Wie so oft beim Gestalten unseres Hauses haben wir „ausgelagert“.

Wir haben in unserem Flur nur die Dinge des täglichen Bedarfs: unsere Jacken, Mützen und Schals der Kinder, Hausschuhe und die Schuhe, die man am häufigsten trägt (und in unseren kleinen Schuhschrank passen, Stiefel sind leider raus).

Die Garderobe hat einzelne Elemente, die als Haken herunter geklappt werden können, wenn man sie braucht. So ist sie hübsch, wenn nicht zuviel dran hängt und funktional, wenn Gäste kommen. Der Schuhschrank war der flacheste und schmalste, den ich finden konnte und mir gefiel. Einige bunte Haken, die am Heizkörper hängen, dienen als „Kindergarderobe“.

Kellertür und alte Treppe
Auf den Treppenstufen lassen sich prima Schuhe anziehen. Ich freue mich, wenn das Gitter irgendwann weg kann und unsere schöne alte Treppe noch mehr zur Geltung kommt.

Dreckige Schuhe, Matschhosen, Regenjacken usw. finden sich an einer Hakenleiste und einem kleinen Regal im Kellerabgang. Meine Schals, Taschen, Rucksäcke, weitere Jacken und Schuhe sind in einem Garderobenschrank im nahe gelegenen Gästezimmer untergebracht. Schuhe werden auf der Treppe angezogen.

* Übrigens keine Vintage-Designer-Lampe, sondern die olle Fassung, der usseligen Originallampe. #sauschwerschönelampenzufinden

Sanieren und Kernsanieren

Vorher-Nachher-Bilder Gästebad

Habt ihr euch schon mal gewünscht, eine Zeitreise zu machen? Als ich vor rund 1,5 Jahren das erste Mal in unserem Gästebad stand, hat es sich so angefühlt. Ein Bad 60 Jahre lang für die Nachwelt konserviert.

„Leider“ musste dieses Zeitzeugnis für ein modernes Gästebad weichen (obwohl die roten Fliesen eigentlich schon fast wieder etwas hatten).

Auch hier haben wir eigentlich alles neu gemacht. Alle Rohre wurden neu verlegt, eine Wand erneuert, die Elektrik neu verlegt.

Am besten gefällt mir unsere Dusche. Hier konnten wir sie ebenerdig gestalten, was im Familienbad wegen der geringen Aufbauhöhe nicht möglich war. Hier unten ist es damit auch barrierefrei, was ich für spätere Jahre (an die man wohl oder übel bei der Haussanierung auch denken muss) super finde. Toll finde ich auch die einklappbaren Duschwände. Lange haben wir überlegt, wie wir die Duschkabine gestalten können, um möglichst viel Bewegungsfreiheit zu haben und trotzdem komfortabel duschen zu können. Diese Lösung ist optimal.

Toll finde ich auch, dass noch Platz für einen Wickeltisch war. Zwar braucht man den nicht ewig, aber so müssen wir nicht immer nach oben laufen (oder den kleinen Stinker im Wohnzimmer oder auf den Boden wickeln ;-)).

Das Waschbecken ist von Duravit Vero Air, die Toilette ist ebenfalls von Duravit: Me by Starck. Mehr Infos zu den Fliesen findet ihr im „Fliesenspecial“.

Sanieren und Kernsanieren, Wohnen

6 Tipps für die Küchenplanung

Wenn man saniert oder baut, gehört die Küche zu den ersten Dingen, die man plant. Zum einen, weil sie zu den wichtigsten Orten im ganzen Haus gehört. (Hätten wir gebaut, statt saniert, hätten wir wahrscheinlich um Küche und Esstisch „herumgeplant“, weil wir uns hier so viel und gerne aufhalten.)

Zum anderen muss man ja dem Elektriker und dem Sanitäranbieter genaue Angaben machen, wo Rohre und Stromleitungen verlaufen sollen.

weiße Küche mit Kücheninsel
Küche von Nolte mit matten naturweißen Fronten und aufgesetzten Griffen

Ich fand die Küchenplanung sehr anstrengend, weil es einfach so viel Auswahl gibt. Daher dachte ich, ich empfehle euch jetzt einfach mal die Dinge weiter, die uns bei unserer Küche richtig gut gefallen. Vielleicht hilft euch das ja bei euren Entscheidungen 🙂

Vorab ein paar kurze Facts: Es handelt sich um eine Nolte-Küche mit natur-weißen, matten Fronten.

1. Integrierter Dunstabzug – unbedingt!

JA! Ich liebe unseren im Kochfeld integrierter Dunstabzug! Wir haben ein Modell von Miele und sind absolut begeistert. Eigentlich war ich skeptisch und wir haben uns nach langem Hin und Her nach dem „Ausschlussverfahren“ dafür entschieden. Klar war eigentlich nur, dass wir unsere schöne „Aussicht“ von der offenen Küche Richtung Esstisch nicht mit einer riesigen Dunstabzugshaube verbauen wollten. Jetzt sind wir sehr glücklich. Preislich macht es nicht so wahnsinnig viel Unterschied, weil „gute“ Dunstabzugshauben auch teuer sind. Und es funktioniert sehr gut. Selbst große Töpfe sind eigentlich kein Problem. Gegen ganz harte Gerüche kann natürlich auch dieser Dunstabzug nichts ausrichten, aber sie steht den anderen definitiv nicht nach. Auch die Reinigung ist sehr einfach. Einfach in die Spülmaschine und das war’s. Sollte mal etwas überkochen ist das „Auffangbecken“ ausreichend. Der ganze Topf darf es natürlich nicht sein.

Kochfeld mit integriertem Dunstabzug
Induktions-Kochfeld mit integriertem Dunstabzug von Miele
Video Miele integrierte Dunstabzugshaube

Exkurs: 2 Tipps für die integrierte Dunstabzugshaube

1. Abluft nicht zu den Füßen blasen lassen

Seitlicher Abzug für den integrierten Dunstabzug

Da es sich meist um Umluft handelt, muss die eingesogene Luft ja irgendwo hin. Es kann unangenehm werden, wenn diese Luft direkt vor die Füße geblasen wird. Wir haben sie daher seitlich, Richtung Fenster, herausführen lassen. So bläst es nicht dorthin, wo man in der Regel steht und der Abzug kann durch das Fenster entweichen, sollte es mal richtig „neblig“ werden.

2. Abluftrohre verlegen

Hinter der Verkleidung sind die Rohre für den Abzug – bei uns nicht in den wertvollen Schubladen sondern in den Schränken der Kücheninsel

Zudem sollte man beachten, dass man ggf. Platz in den Schubladen unter dem Kochfeld verliert (Die oberste Schublade fällt in jedem Fall weg). Hier verlaufen nämlich die Rohre für den Abzug. Da wir auf der gegenüberliegenden Seite noch weitere Schränke haben, konnten wir die Rohre stattdessen dort hindurchführen. Das hat den Vorteil, dass man den vollen Platz in den wichtigen Schubladen unter dem Kochfeld für sperrige Dinge wie Töpfe und Pfannen ganz ausnutzen kann. Auf der andere Seite der Kücheninsel verstauen wir ohnehin nur Kochbücher, Geschirrtücher usw. Hier schadet der Platzverlust nicht.

2. Hochgestellte Spülmaschine

Ich kenne eigentlich nicht viele Leute, die eine hochgestellte Spülmaschine haben, was ich nicht verstehe. Ich finde es toll, dass man sich nicht so schrecklich bücken muss und der Weg des Geschirrs vom Geschirrspüler bis zu unseren Hochschränken nicht so weit ist.

Hochgestellte Spülmaschine
Hochgestellte Spülmaschine von Miele

Da wir nur zwei Hochschränke wollten (davon war einer bereits für den Kühlschrank reserviert), mussten wir uns entscheiden, ob der Backofen oder der Geschirrspüler hochgesetzt werden soll. Standardvorschlag der Küchenplaner war den Backofen nach oben zu setzen. Der entscheidende Tipp kam von einer Tante: „den Geschirrspüler verwendest du jeden Tag, den Backofen vielleicht zweimal die Woche.“ Auf uns trifft das auf jeden Fall zu und wir sind froh, dass wir uns für den hochgestellten Geschirrspüler entschieden haben.

Kleine Anmerkung: Unser Backofen wird von außen nicht heiß. Also weniger problematisch mit den Kindern.

3. Spülmaschine ohne „Piepsen“

Wir haben uns noch ein Extra-Gimmick bei der Spülmaschine geleistet. Ich hasse nämlich dieses ganze Gepiepse in der Küche. Gerade bei unserem offenen Koch-Ess-Wohnbereich möchte gerne ICH entscheiden, wann ich aufstehe, um die Spülmaschine auszuräumen. Und möchte dazu nicht von der Spülmaschine durch nervtötendes Gepiepe gezwungen werden. 😆

Eine tolle „piepslose“ Variante sind Spülmaschinen, die durch ein Licht auf dem Boden zeigen, dass sie fertig sind. Eine noch tollere Variante haben wir ;-). Da das mit dem Licht bei hochgestellten Geschirrspülern nicht funktioniert, haben wir uns umgehört und haben nun einen Geschirrspüler von Miele, der sich nach dem Spülvorgang heimlich, still und leise selber öffnet. Wie geil ist das denn, bitte? 😆

4. Arbeitsplatte aus Keramik

Arbeitsplatte aus Keramik

Ich würde sagen, die Frage nach der Arbeitsplatte ist vor allem eine preisliche Frage (außer man hat klare optische Favoriten). Hier gibt es große finanzielle Unterschiede und je mehr man bezahlt, umso mehr Vorteile hat man meiner Ansicht nach. Wir haben uns für eine Keramikplatte entschieden. Preislich ist das zugegebenermaßen so ziemlich an der Spitze. Allerdings lohnt sich das. „O-Ton“ Küchenbauer: „Ach sie haben ne Keramikplatte, nee, da müssense nix beachten“. Und so ist es! Heiße Töpfe kann man einfach drauf stellen, Fettspritzer und Farbspritzer (beim Basteln passiert) lassen sich einfach abwischen, keine Kratzer – nix! Die Haptik ist gut, das Design modern. Ihr merkt, wir finden sie super und für uns war sie ihren Preis Wert.

5. Küchenfronten mit aufgesetzten Griffen

Fronten mit aufgesetzten Griffen

Wahrscheinlich spielt hier vor allem der Geschmack eine Rolle. Bei mir kam jedoch auch ein klarer Pragmatismus dazu. Ich hätte eigentlich gerne eine grifflose Küche gehabt, weil ich die einfach schick finde. Allerdings hatte ich Angst, dass man dann überall die klebrigen Fingerabdrücke sieht. Und … was mir dann in der Küchenausstellung aufgefallen ist … die Türen haben meist eine Push-Automatik, die aber auch ausgelöst wird, wenn man sich dagegen lehnt. Bei einer Kücheninsel, wo sich zwei kleine Jungs um den besten Platz am Pizzablech drängeln, eher doof.

Unsere Lösung waren dann aufgesetzte Griffe: sieht elegant aus, aber die Fronten bleiben sauber (so sauber wie sie eben mit Kindern bleiben), weil man die Griffe benutzt. Wurden doch mal Marmeladen-Fingerabdrücke hinterlassen, lassen sich diese problemlos entfernen, weil man nicht um einen ollen Griff herumputzen muss.

Und ein kleiner Bonus: Unser Einjähriger bekommt die Schubladen und Türen nicht auf. Vereinfacht das Leben ungemein. 😅

6. Auch kleine Schränke schaffen Stauraum

Schmal, aber trotzdem nützlicher Stauraum

Unsere Kücheninsel durfte nicht tiefer als 90 cm werden. Da auf der einen Seite normale Küchenschränke mit 60 cm Tiefe sein sollten, blieb auf der anderen Seite nicht viel Platz. Die Einlegebretter sind gerade einmal 23 cm tief. Ein Speiseteller passt da nicht rein. Erst fand ich es doof, ich freue mich aber jetzt, dass wir sie haben, denn es passt eben doch jede Menge rein! Kochbücher, Geschirrtücher, Untersetzer, Tischdecken, Spielzeug der Kinder, Lätzchen, Becher … Einfach super, obwohl sie so schmal sind!

Wenn ihr noch Fragen habt zu irgendetwas, dann immer her damit :-).

Sanieren und Kernsanieren

Wie finde ich den richtigen Handwerker?

Wir haben viele Gewerke vergeben und ich kenne die Unsicherheit auf was man bei der Wahl des richtigen Handwerkers achten sollte. Daher hier drei Tipps, die uns geholfen haben.

1. Richtig vergleichen

Klar, man bemüht sich immer, das beste und günstigste Angebot zu finden. Aber ganz ehrlich, am Ende hat man dann häufig 3 Angebote vor sich liegen, die zwar alle inhaltlich recht ähnlich, aber doch nicht 100%ig vergleichbar sind.

Es ist daher wichtig, sich schon vorher genau überlegt zu haben, was man möchte. Das heißt, man sollte sich z.B. schon Material ausgesucht haben (z.B. Keramik für die Bäder) und den ungefähren Arbeitsaufwand kennen (z.B. wie viele qm Fliesen benötigt werden).

Wenn man zu ungenaue Angaben macht, oder keinen preislichen Rahmen steckt, vergleicht man am Ende Äpfel mit Birnen, weil jeder Handwerker etwas anderes anbietet.

Man kann auch mit einem vorhandenen Angebot starten und dieses als Basis nehmen. Allerdings sollte man die anderen Handwerker dann nicht einfach eigene Zahlen daneben schreiben lassen. Sonst fällt es schwer, ein Gespür zu entwickeln, ob der Handwerker gute Ideen und Erfahrung mitbringt.

2. Angebote erklären lassen

Handwerker haben häufig nicht sonderlich viel Lust auf Papierkram. Das ist natürlich kein Zeichen für mangelnde Qualität. Aber so fallen die Angebote manchmal recht mager in der Formulierung aus. Um aber sicher zu gehen, dass alles so angeboten und schließlich umgesetzt wird, wie man es sich vorstellt, sollte man jeden Posten wirklich verstehen. Uns war es also wichtig, dass sich der Handwerker schon im Vorfeld Zeit nimmt und uns alle Fragen beantwortet.

Eine gewisse Beratungsleistung sollte man ruhig in Anspruch nehmen. Änderungen im nachhinein werden oft teuer. Eine gute Absprache ist daher unabdingbar.

3. Wärmste Empfehlung

Die besten Erfahrungen haben wir durchweg mit den Handwerkern gemacht, die uns empfohlen wurden. Zwar waren das nicht immer die günstigsten Angebote, aber am Ende spart man Geld und Nerven, wenn man weiß, dass die Zusammenarbeit mit dem Handwerker funktioniert. Wenn ihr niemanden im Verwandten- oder Freundeskreis habt, der euch da weiter helfen kann, kann man z.B. auch im Baustoffhandel nachfragen. Zur Not durchs Neubaugebiet fahren und einfach mal klingeln, wenn das Dach oder der Vorgarten gefällt ;-).

Ich hoffe, meine Tipps zur Handwerker-Wahl haben euch ein bisschen geholfen.

Sanieren und Kernsanieren

Vorher-Nachher Bilder Badsanierung

Unser Familienbad hat mit den größten Vorher-Nachher-Effekt. Natürlich vor allem, weil sich ein Raum einfach wahnsinnig verändert, wenn man komplett alles neu macht. Aus einer winzigen Küche und einem winzigen Bad, das noch original aus den 50ern stammte, ist ein helles, modernes Familienbad geworden.

Erste Schritte

Von Anfang an war klar, dass hier die Wand zwischen Mini-Küche und Mini-Bad raus muss. Außerdem mussten alle Leitungen neu gemacht werden. Eine Tür wurde zugemauert und eine andere versetzt. Die Idee, eine Tür zu versetzen hat sich erst später entwickelt. Am Anfang will man ja so wenig Aufwand wie möglich betreiben. Bis man merkt, was eben doch alles machbar oder notwendig ist. Das Versetzen der Tür ging dann überraschend schnell und wir konnten es recht einfach selber machen. Dafür hatten wir dann ganz neue Möglichkeiten.

Altes, kleines Bad
Altes Bad aus den 1950er Jahren während der Kernsanierung.
Die Wand musste raus

Badaufteilung mit Dachschrägen

Das Bad ist mit 7,5 qm nicht gerade riesig. Es einzurichten war zusätzlich aufgrund der Dachschrägen und der drei Fenster eine Herausforderung. Ebenso mussten wir feststellen (wie so häufig), dass auch die Fachmänner nicht gerade vor Ideen sprühen. Wir haben uns daher selber sehr viele Gedanken gemacht und sind jetzt sehr zufrieden mit der Aufteilung.

Altes Bad aus den 1950er Jahren vor der Sanierung.
Bad vor der Sanierung
Modernes Bad nach der Kernsanierung im Altbau.
Bad nach der Sanierung

Die Wanne haben wir unter der Dachschräge gelassen, weil wir so die Ecke optimal ausgenutzt haben.

Altes, entkerntes Bad im Altbau vor der Sanierung.

Gerne hätten wir eine ebenerdige Dusche gehabt. Erst recht spät sagte uns der Sanitärfachmann, dass dies aufgrund der geringen Aufbauhöhe nicht möglich sei. Erst waren wir enttäuscht. An die hohe Duschwanne haben wir uns aber erstaunlich schnell gewöhnt.

Modernes, helles Bad mit Glastür-Dusche nach der Kernsanierung

Fußbodenheizung

Wegen der geringen Aufbauhöhe, war eine normale Fußbodenheizung nicht möglich. Wir haben uns daher für eine elektrische Fußbodenheizung entschieden, die direkt in den Fliesenkleber eingelassen wird. Wir sind sehr zufrieden bisher. Da sie nicht so träge wie eine normale Fußbodenheizung ist, springt sie einfach automatisch morgens und abends an, kurz bevor wir uns üblicherweise im Bad aufhalten und geht dann wieder aus. Zu den Stromkosten können wir bisher leider noch nicht viel sagen.

Die Fliesen

Auf Wandfliesen haben wir weitestgehend verzichtet. Uns wurde versichert, wer gut lüftet, muss keine Angst vor Schimmelbildung im Bad haben. Auch eine besondere Wandfarbe war nicht notwendig.

Wandfliesen aus Italien

Die bunten Fliesen am Waschbecken haben wir vor 10 Jahren als Souvenir von einer Reise mitgebracht. Wir haben sie dann in die großen Fliesen einsetzen lassen. Ich habe mich total gefreut, dass sie so nochmal toll zur Geltung kommen.

In der Dusche war es uns wichtig große Fliesen zu haben, um möglichst wenige Fugen im Nassbereich zu haben. Unsere Fliesen haben das Maß 100 × 33 cm. Diese passen perfekt in unsere 100 x 100 cm große Dusche.

Randnotiz für Sanierer und Häuslebauer

Nichts für selbsterklärend oder selbstverständlich halten, sondern alle Gedanken mit den Handwerkern teilen.

Für uns war klar, dass das Fliesenmaß perfekt zur Duschwanne passt. Der Fliesenleger hatte sich es jedoch anders vorgestellt und hatte die Fliesen geschnitten, sodass wir doch mehr Fugen als gedacht in der Dusche hatten. Leider haben wir dies im Vorfeld nicht so kommuniziert, weil es uns logisch erschien.

Da es uns jedoch sehr wichtig war, haben wir es ändern lassen. Die Fliesen herunternehmen und neu verlegen zu lassen, hat uns stattliche 400 Euro gekostet. Allerdings sind wir froh, es gemacht zu haben.

Lieber jetzt ärgern als die nächsten 30 Jahre (auch ein guter Tipp ;-P).

Sanieren und Kernsanieren

6 Tipps zur Haussuche

1. Sieh dir ALLES an

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass einige Häuser und Grundstücke, dir wir eigentlich „nur mal so“, ohne Erwartung, angeschaut haben, tatsächlich heiße Kandidaten wurden.

Ein Haus war als Abbruchhaus inseriert und wäre daher eigentlich für den angegebenen Preis viel zu teuer gewesen. Es zeigte sich aber, dass uns das Haus sehr gut gefiel und auch die Substanz erhaltenswert war. Wir hätten es gekauft, hätte es nicht einen spätentschlossenen Interessenten aus der Familie gegeben.

Ein Grundstück hatte einen sehr ungewöhnlichen Schnitt, der uns eigentlich nicht gefiel. Da wir gerade nichts besseres vor hatten, haben wir es uns spontan angesehen. Die Besitzer hatten bereits einen sehr interessanten Architekturentwurf, der perfekt zum Grundstück passte. Ein Kauf kam aus anderen Gründen dann zwar nicht zustande, aber auch hier hatten wir großes Interesse.

2. Sei vor Ort

Wer, so wie wir, versucht ein Haus aus 200 km Entfernung zu kaufen, wird schnell ziemlich frustriert sein. Wir haben 2 Jahre gesucht, bis wir entschieden haben zunächst zur Miete in unsere (Wahl-)Heimat zu ziehen. Da wir dann Tipp Nr.1 beherzigen konnten, ging alles sehr schnell. Innerhalb von 2 Monaten hatten wir unser Traumhaus gefunden!

3. Sei unkompliziert

Hausbesitzer und Makler bekommen massenhaft Anfragen. Interessenten, die ellenlange E-Mails mit 100 Fragen schreiben, nerven. Am besten direkt anrufen und Termin vereinbaren. Nimm alle Personen mit, die für eine Entscheidung wichtig sind und zeige konkretes Interesse. Zeit für Fragen und Sachverständige gibt es auch nach dem ersten Termin noch.

4. Sei schnell

Eine Freundin erzählte, sie hätte bei einem Inserat für ein Haus angerufen, das gerade einmal 9 Minuten online gewesen ist. Da meinte die Besitzerin bereits, dass sie keine Anfragen mehr annehmen würde. Es reicht also nicht, sich einen täglichen oder gar wöchentlichen Newsletter mit aktuellen Angeboten schicken zu lassen. Leider muss man ständig schauen und dann ohne Umschweife anrufen.

5. Preis ist Verhandlungssache

Der Preis ist zu hoch für euch? Klar, gibt es häufig den Fall, dass utopische Preise für Häuser bezahlt werden. Allerdings haben wir die Erfahrung gemacht, dass der Markt auch Grenzen setzt. Nicht JEDER Preis wird auch gezahlt. Wenn euch das Haus zusagt, euch aber der Preis zu hoch erscheint, dann scheut euch nicht, ein niedrigeres Angebot zu machen.

Sammelt Argumente, die ihr anbringen könnt und nennt den Preis, den ihr bereit seid zu zahlen. Selbst wenn ihr zunächst ausscheidet, wird sich der Verkäufer vielleicht an euch erinnern, wenn ein Kauf nicht zustande kommt.

In unserem Fall kamen wir über Umwege 6 Monate nach der ursprünglichen Hausbesichtigung noch einmal mit den Hausverkäufern in Kontakt. Der Vertrag mit den ursprünglichen Interessenten kam nicht zustande. Wir hätten das Haus dann zu dem Preis bekommen, den sie ein halbes Jahr zuvor noch belächelt hatten. Wir haben aus anderen Gründen nicht gekauft.

6. Sei hartnäckig

Gerade Privatverkäufer sind häufig überfordert mit der Flut von Anfragen. Sorgt dafür, dass ihr nicht übersehen werdet. Seid freundlich, aber fragt ruhig (auch häufiger) nach, wenn es darum geht, einen Termin zu vereinbaren. Eine Freundin hat ihre Traumwohnung bekommen, weil sie so überzeugend hartnäckig war (und damit ihr großes Interesse zum Ausdruck gebracht hat).